Nachricht · 21. Dezember 2020
Das Projekt GUARDIAN beginnt mit forstlichen Maßnahmen zur Brandvorbeugung auf 37 Hektar im Naturpark Turia
Medi XXI beginnt mit Hilfe der UPV auf 37 strategischen Hektar im Naturpark Túria mit Entbuschung und Auslichtung für grüne Brandschneisen.

Diese Arbeiten übernimmt der Projektpartner Medi XXI GSA, ein auf diesen Bereich spezialisiertes Umweltingenieurteam, mit Unterstützung der Universitat Politècnica de València
GUARDIAN ist das von der EU finanzierte Projekt, das die Widerstandsfähigkeit gegenüber Bränden im Wald-Siedlungs-Grenzbereich des Naturparks Túria erhöhen soll. Um diese gegen Waldbrände verteidigungsfähigen Zonen zu schaffen, sieht das Projekt den Einsatz von aufbereitetem Wasser vor: Mit grünen Brandschneisen werden feuchte Verteidigungslinien angelegt. Hinzu kommen klassische waldbauliche Maßnahmen wie das Entbuschen, das Asten der Bäume und die Auslichtung kranker, unterdrückter oder zu dicht stehender Bäume sowie die Beseitigung von Schilfrohrbeständen. Insgesamt werden in den kommenden Monaten mehr als 37 Hektar strategisch wichtiger Fläche bewirtschaftet. Ziel ist es zu verhindern, dass ein Brand aus dem Siedlungsgebiet auf den Naturpark übergreift oder dass ein Feuer am Turia oder in seiner Umgebung die bewohnten Gebiete erreicht.
Wie Antonio Del Campo, Professor an der Universidad Politécnica de Valencia, hervorhebt, „beeinflusst und steuert die Veränderung des Brennmaterials (der Vegetation) – ausgehend von den physikalischen Prinzipien des Feuerdreiecks – das Verhalten und die Auswirkungen eines Brandes sowie die Löschkosten. Forstliches Brennmaterial lässt sich durch drei Prozesse verändern: durch Reduzierung bzw. Verringerung der verfügbaren Brennstofflast; durch Umwandlung, bei der bestimmte Brennstoffe durch andere mit anderer Entflammbarkeit ersetzt werden; und durch Isolierung oder Fragmentierung, bei der große Brennstoffkompartimente mithilfe grüner Brandschneisen bzw. -streifen voneinander getrennt werden. In der Praxis des vorbeugenden Waldbaus überschneiden sich diese Prozesse allerdings.“

Daher besteht der erste Teil der Arbeiten des Teams von Medi XXI GSA darin, den Waldbestand auszulichten, der sehr dicht ist, weil er aus der natürlichen Verjüngung nach früheren Bränden hervorgegangen ist. Die Zahl der Bäume pro Hektar liegt vielfach über dem Optimum und führt zu ernsten Problemen durch Konkurrenz und Krankheiten, verringert die Versickerung in die Grundwasserleiter und erhöht zudem das Brandrisiko in einem so empfindlichen Gebiet erheblich. Ziel ist ein Gleichgewicht, das den Fortbestand des Waldes sichert, die Versickerung verbessert, die Folgen des Klimawandels abmildert und zugleich zur Brandvorbeugung beiträgt.
In der zweiten Arbeitsphase werden mehr als 2.000 Pflanzen heimischer mediterraner Arten mit geringerer Brennbarkeit gesetzt (unter anderem Esche, Buchsbaum, Speierling, Mastixstrauch, Myrte und Lorbeer-Schneeball), die zusammen mit der vorbeugenden Bewässerung als grüne Brandschneisen wirken. Mit dieser Kombination von Maßnahmen sollen die Auswirkungen hochintensiver Brände auf die bewohnten Gebiete verhindert werden und es soll vermieden werden, dass ein Brand aus dem Siedlungsgebiet auf die Waldflächen übergreift.
Del Campo fügt hinzu: „Unter den verschiedenen Arten von Waldbränden sind Kronenfeuer besonders gravierend, denn sie sind am heftigsten und haben die größten Auswirkungen auf Ökosysteme und menschliche Gesellschaften. Diese Brände entstehen, wenn ein Bodenfeuer genügend Energie erzeugt, um lebendes Brennmaterial weit über dem Boden vorzuwärmen und zu entzünden.“ Außerdem, so Del Campo, „sind es die physikalisch begründeten Ansätze, die diese Aussage bestätigen, aus denen die vier Prinzipien feuerresistenter Wälder hervorgegangen sind (Agee und Skinner, 2005). Zu diesen Prinzipien gehören die Verringerung des Oberflächenbrennmaterials bzw. der niedrigen Sträucher, die Anhebung des Kronenansatzes, die Verringerung der Kronendichte des Baumbestands und der Erhalt großer Bäume, die dank ihrer höheren Kronen und ihrer dickeren Rinde widerstandsfähiger gegenüber Feuer sind.“
Mit diesen Vorbeugungs- und Selbstschutzmaßnahmen werden die bewässerten Pflanzen und die zugehörige hydraulische Infrastruktur es den Rettungs- und Einsatzkräften im Falle eines Waldbrandes ermöglichen, das Gebiet zu verteidigen, bevor das Feuer die Gebäude erreicht. Bricht das Feuer dagegen im Bereich der Häuser aus, trifft es auf einen Schutzstreifen, der eine rasche Ausbreitung in das Waldgebiet verzögern kann und so den Naturpark Turia schützt. Für diese Arbeiten hat Medi XXI GSA ein zusätzliches Team aus 10 Forstfachkräften eingestellt, das unter der Leitung von Fachleuten für Umweltingenieurwesen und mit Unterstützung der UPV mit den Arbeiten zur Verringerung des Brandrisikos in der Nähe der Wohnsiedlungen im Flusspark-Gebiet sowohl von Riba-roja als auch von Paterna begonnen hat.
Waldbrände, wie wir sie bisher kannten (Häufigkeit, jahreszeitliches Auftreten, Intensität usw.), verändern sich grundlegend – unter anderem aufgrund des Klimawandels. So ist zu erwarten, dass Großbrände ohne Gegenmaßnahmen immer häufiger und heftiger und damit gefährlicher für die Bevölkerung und die Natur werden. GUARDIAN trägt dazu bei, diese Situation zu entschärfen, indem es eine widerstandsfähigere und sicherere Landschaft schafft – für die Natur und für die Menschen, die dort leben.
Eine übertragbare Lösung
GUARDIAN zeigt, dass aufbereitetes Wasser den Wald-Siedlungs-Grenzbereich schützen kann. Sprechen Sie uns an, wenn Sie das Konzept in Ihrer Gemeinde umsetzen möchten.