Nachricht · 1. August 2022
Die Gruppe Wasserökonomie der UV entwickelt im Rahmen des Projekts Guardian eine innovative Methode, die die Kosten des Nichthandelns bei der Brandvorbeugung im Parc Natural del Túria beziffert
Die Gruppe Wasserökonomie der UV beziffert die Kosten des Nichthandelns bei der Brandvorbeugung im Parc Natural del Túria auf fast 31 Millionen Euro.

Das Forschungsteam, das über langjährige Erfahrung mit nationalen und internationalen Projekten insbesondere zur Kreislaufwirtschaft im Wassersektor verfügt, hat die Gebiete Masía de Traver, Valencia la Vella, die Wohnsiedlung dels Pous und den Südwesten der Wohnsiedlung La Cañada untersucht
Die Gruppe Wasserökonomie der Universitat de València (GEA-UV) unter der Leitung von Professor Francesc Hernández hat eine innovative Methode entwickelt, die beziffert, was es gekostet hätte, Maßnahmen zur Brandvorbeugung in den Gebieten des Parc Natural del Túria, die seit Kurzem durch die hydraulische Brandschutzinfrastruktur Guardian geschützt sind, aufzuschieben oder gar nicht zu ergreifen. Die Kosten des Nichthandelns würden sich demnach auf nahezu 31 Millionen Euro belaufen.

Dies ist eines der Ergebnisse der Studie – neuartig sowohl wegen ihrer Methode als auch wegen der Bezifferung des Nichthandelns bei der Brandvorbeugung –, die von dem valencianischen Expertenteam durchgeführt wurde, das Teil des europäischen Projekts Guardian ist. Die Studie rückt die Notwendigkeit von Umweltbewusstsein und proaktivem Handeln in den Mittelpunkt und belegt, dass Untätigkeit – sowohl bei der Brandvorbeugung als auch bei der Kreislaufwirtschaft des Wassers durch dessen Aufbereitung – hohe Umweltrisiken birgt und zudem das gesellschaftliche Wohlergehen beeinträchtigt und hohe wirtschaftliche Kosten verursacht.
Die Vorbeugungsinfrastruktur Guardian ist die größte Europas und die zweitgrößte der Welt, die aufbereitetes Wasser aus einer Kläranlage nutzt. Sie schützt insgesamt 35 Hektar und rund 15.000 Einwohner in verschiedenen Bereichen des Wald-Siedlungs-Grenzbereichs des Parc Natural del Túria in Riba-roja de Túria und Paterna vor möglichen Waldbränden.
Gerade der Einsatz von aufbereitetem Wasser bei der Bekämpfung von Waldbränden ist eines der Alleinstellungsmerkmale von Guardian, das auf Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit setzt. Seine 40 Wasserwerfer beugen möglichen Bränden vor, indem sie die Baumstreifen befeuchten, die als natürliche Barriere zwischen Wald und Wohnsiedlungen dienen.
Der genannte Betrag von knapp 31 Millionen Euro ist das Gesamtergebnis der Berechnungen, die die GEA-UV zu den ökologischen und materiellen Folgen eines Brandes in den untersuchten Gebieten des Parc Natural del Túria angestellt hat, wenn das derzeitige Vorbeugungssystem Guardian nicht eingeführt worden wäre. In diese Simulation flossen unter anderem die für die Löschung erforderlichen Sach- und Personalmittel, der betroffene Waldbestand, die entstehenden CO2-Emissionen sowie die Kosten für Schäden an den Wohnhäusern der betroffenen Siedlungsgebiete ein.
Den ökologischen und wirtschaftlichen Folgen, die ein Waldbrand ohne Vorbeugungssysteme in den untersuchten Gebieten des Parc Natural del Túria hätte, stellen die Forschenden die nachgewiesene Rentabilität der Investition in das Brandschutzsystem Guardian gegenüber. Dieses wurde zu 80 % mit europäischen Mitteln finanziert; seine Gesamtkosten beliefen sich auf rund 5.400.000 Euro.
Für Francesc Hernández, Professor für Wasserökonomie an der UV, ist es angesichts des allgemeinen Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur und immer häufigerer und heftigerer Brände „unerlässlich, korrigierende öffentliche Politik durch vorbeugende Politik der Umweltsensibilisierung zu ersetzen, deren Anwendung im Fall der Brandschutzinfrastruktur des Projekts Guardian ihre Machbarkeit und Rentabilität mehr als deutlich belegt“. Außerdem, so Hernández, „erhöht im Rahmen der Kreislaufwirtschaft der Ersatz von Leitungswasser durch aufbereitetes Wasser den Gesamtwert dieses europäischen Projekts, weil so die langfristige Nachhaltigkeit des Systems gewährleistet ist“.

Die promovierte Forscherin für Wasserökonomie an der UV, Lledó Castellet, erläuterte, dass mit dem System Guardian „die für die Löschung eingesetzten materiellen und finanziellen Mittel sinken, ebenso wie Entschädigungen oder die Arbeiten zur Wiederherstellung der verbrannten Natur“ und dass zugleich „ein Naturraum von großem ökologischem und landschaftlichem Reichtum geschützt wird, der mediterrane Wald, der durch den Mangel an verfügbaren Wasserressourcen bedroht ist“.
Der promovierte Forscher für Wasserökonomie an der UV, Vicent Hernández, unterstrich, dass bei Waldbränden „die Behebung der Schäden extrem kostspielig und in vielen Fällen gar nicht möglich ist“. Zudem sei das Vorbeugungssystem Guardian „leicht auf andere Gebiete übertragbar, weil der Wert der Ökosystemleistungen, die Naturlandschaften und Waldgebiete erbringen, weit über den Kosten ihrer Vorbeugung liegt“.
Vorteile von Guardian für die Löschkräfte
Mit der Lösung Guardian können die Löschkräfte ihre Anstrengungen auf die weiter vom Wald-Siedlungs-Grenzbereich entfernten Zonen konzentrieren. So verkürzen sich die Zeiten bis zur Eindämmung und Löschung, und die betroffene Fläche wird im Brandfall minimiert. Außerdem verringert der Einsatz von aufbereitetem Wasser für die vorbeugende Bewässerung über die installierte hydraulische Infrastruktur den Druck auf eine knappe Ressource wie Wasser. Zudem erhöht im Rahmen der Kreislaufwirtschaft der Ersatz von Leitungswasser durch aufbereitetes Wasser den Wert dieses Vorbeugungssystems.
Es sei auch daran erinnert, dass allein im Wald von La Vallesa, der Teil des Parc Natural del Túria ist, zwischen 1990 und 2022 insgesamt 150 Waldbrände ausgebrochen sind, die 514 Hektar des Naturparks auf dem Gebiet der Gemeinden Riba-roja de Túria, Paterna, Manises, l’Eliana und San Antonio de Benagéber verwüstet haben.
Die Partner von Guardian
Dem vom Ayuntamiento de Riba-roja de Túria (Stadtverwaltung) koordinierten europäischen Projekt Guardian gehören die Stadtverwaltung Paterna, die Gruppe Wasserökonomie der Universitat de València, Hidraqua, Medi XXI, die Universitat Politècnica de València und Cetaqua an. Außerdem hat der Parque Natural del Turia (Generalitat Valenciana) mitgewirkt.
Die Gruppe Wasserökonomie der UV
Die Gruppe Wasserökonomie der Universitat de València widmet sich seit mehr als 15 Jahren der Forschung und der Entwicklung von Projekten zur Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Wassersektor.
Geleitet wird die Gruppe Wasserökonomie von Francesc Hernández, dem Leiter des Lehrstuhls für die Transformation des Wirtschaftsmodells: Kreislaufwirtschaft im Wassersektor (Cátedra de Transformación del Modelo Económico: Economía Circular en el Sector del Agua) der UV und der Generalitat Valenciana.
Die Gruppe besteht aus einem multidisziplinären Team promovierter Forschender mit umfassender Erfahrung in der Entwicklung von Instrumenten zur Unterstützung des Wasserressourcenmanagements und in der Umsetzung wirtschaftlich und ökologisch tragfähiger Projekte im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Das Expertenteam hat außerdem eine innovative Methode zur Risikoanalyse und zur Bezifferung der Kosten des Nichthandelns im Bereich der Wasserwiederverwendung und der Verbesserung von Wasserinfrastrukturen entwickelt.
Eine übertragbare Lösung
GUARDIAN zeigt, dass aufbereitetes Wasser den Wald-Siedlungs-Grenzbereich schützen kann. Sprechen Sie uns an, wenn Sie das Konzept in Ihrer Gemeinde umsetzen möchten.