Nachricht · 22. April 2022

Das Projekt GUARDIAN stellt mit aufbereitetem Wasser die größte Brandschutzinfrastruktur Europas im Parc Natural del Túria fertig

GUARDIAN, Europas größte Brandschutzinfrastruktur, wird eingeweiht: Aufbereitetes Wasser schützt 2.000 Hektar und 15.000 Einwohner.

In gut 3 Jahren haben die Stadtverwaltungen von Riba-roja de Túria und Paterna, Hidraqua, Medi XXI, die Universitat Politècnica de València, die Universitat de València und Cetaqua diese Anlage fertiggestellt, die zu 80 % von der EU aus EFRE-Mitteln finanziert wird

Die Infrastruktur wird die Widerstandsfähigkeit gegenüber Bränden auf 2.000 Hektar erhöhen und 15.000 Einwohner schützen

Heute Vormittag wurde die größte Brandschutzanlage Europas und zweitgrößte der Welt eingeweiht. Sie befindet sich in Wald-Siedlungs-Grenzbereichen des Parc Natural del Túria auf dem Gemeindegebiet von Riba-roja de Túria und Paterna. Die Initiative wird von diesen beiden Stadtverwaltungen gemeinsam mit Hidraqua, Medi XXI, der Universitat Politècnica de València, der Universitat de València und Cetaqua getragen. Außerdem hat der Parc Natural del Túria (Generalitat Valenciana) an dem Projekt mitgewirkt.

Das Projekt GUARDIAN wurde in der 3. Ausschreibung der Initiative UIA Urban Innovative Actions (Innovative Maßnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung) ausgewählt und erhielt eine Förderung von 80 % der 5,5 Mio. €, die seine Umsetzung gekostet hat. Neben der Größe der Anlage liegt ihre Besonderheit darin, dass sie aufbereitetes Wasser – geklärtes Wasser, das für die Wiederverwendung gezielt nachbehandelt wird – zur Bekämpfung von Waldbränden einsetzt, die infolge der Klimakrise immer häufiger auftreten. 52 Wasserwerfer, eine hydraulische Infrastruktur, die sich durch den Naturpark zieht, ein Sensornetz, das den Wald in Echtzeit überwacht, die durchgeführten Forstarbeiten und eine Wasseraufbereitungsanlage mit modernster Technik, die geklärtes Wasser für den Einsatz in dieser grünen Lunge der Provinz Valencia nutzbar macht: Das sind einige der Bestandteile des Projekts GUARDIAN, dank dessen der Schutz eines Gebiets von 2.000 Hektar mit 15.000 Einwohnern verbessert wird.

Vertreterinnen und Vertreter unter anderem des Regionalministeriums für Justiz, Inneres und öffentliche Verwaltung, des Regionalministeriums für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Klimanotstand und ökologischen Wandel, des Bereichs Innovation und digitale Transformation sowie des Regionalministeriums für Innovation, Universitäten, Wissenschaft und digitale Gesellschaft begleiteten die Vertreter der Gemeinden und der übrigen Projektpartner bei dieser Präsentation, an der auch Vertreter der UIA, einer Initiative der Europäischen Union, teilnahmen. In seiner Rede unterstrich Tommaso Galli, Project Officer von GUARDIAN, wie notwendig europäische Mittel sind, um den unmittelbaren Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene zu begegnen.

Jose María Ángel Batalla, Staatssekretär der Regionalregierung für Sicherheit und Notfälle, hob in seiner Ansprache „das Engagement der Europäischen Union und aller Partner des Projekts GUARDIAN für den Schutz vor Waldbränden, insbesondere des Parc Natural del Túria, des wichtigsten Waldes im Großraum Valencia“, hervor. Zudem betonte er die technische Bedeutung dieses Projekts, dank der es Riba-roja de Túria und Paterna in öffentlich-privater Zusammenarbeit gelungen ist, die Aufmerksamkeit Europas zu gewinnen und eine Finanzierung von 80 % dieser Initiative zu erreichen.

Der Bürgermeister von Riba-roja de Túria, Robert Raga, erklärte in seiner Rede: „Wir können nun sagen, dass die Provinz Valencia über eine der größten Brandschutzinfrastrukturen der Welt in einem Wald-Siedlungs-Grenzbereich verfügt. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, und es ist entscheidend, dass wir weiterhin in öffentlich-privater Zusammenarbeit in dieses Naturgebiet investieren – in neue Initiativen, mit denen wir den unmittelbaren Folgen der Klimakrise begegnen können, die sich in den letzten Jahren im Südosten Spaniens so deutlich gezeigt haben.“

Juan Antonio Sagredo, Bürgermeister von Paterna, betonte: „Das Projekt GUARDIAN bringt uns weltweit an die Spitze der hydraulischen Brandschutzinfrastruktur. Es zeigt, wie wichtig und effizient öffentlich-private Zusammenarbeit bei der Steuerung und Umsetzung von Projekten gegen den Klimawandel ist, und macht deutlich, dass wir nachhaltige und auf andere Gemeinden übertragbare Initiativen als Modell für die Bewahrung und den Schutz der Umwelt voranbringen müssen.“

Bei der Präsentation konnte außerdem jeder Partner seine Aufgabe im Projekt vorstellen. Die Unternehmen Hidraqua und CETAQUA waren für Planung, Herstellung und Installation der Wasseraufbereitungsanlage (ERA) zuständig. In dieser Anlage findet eine weitergehende Wasserbehandlung statt, die Mikroschadstoffe entfernt und Wasser in ausreichender Qualität für die grünen Brandschneisen liefert. Außerdem wird ein Teil des aufbereiteten Wassers dem Stausee La Vallesa zugeführt, der ebenfalls in diesem Naturpark liegt, um die Qualität dieses geschützten Feuchtgebiets zu verbessern. Darüber hinaus hat Hidraqua die fünf Speicherbecken für das aufbereitete Wasser und die 11,5 km Rohrleitungen gebaut, über die das Wasser den Naturpark durchquert und von der Aufbereitungsanlage zu den SIDEINFO-Türmen gelangt.

Die Installation der 40 SIDEINFO-Türme übernahm das auf Umweltdienstleistungen spezialisierte Unternehmen Medi XXI, ebenso wie die waldbaulichen Maßnahmen, die das Projekt außerdem vorsieht. Dazu gehören das Entbuschen, das Asten der Bäume und die Auslichtung kranker, unterdrückter oder zu dicht stehender Bäume sowie die Beseitigung von Schilfrohrbeständen. Insgesamt wurden mehr als 37 Hektar strategisch wichtiger Fläche bewirtschaftet. Ziel ist es zu verhindern, dass ein Brand aus dem Siedlungsgebiet auf den Naturpark übergreift oder dass ein Feuer am Turia oder in seiner Umgebung die bewohnten Gebiete erreicht. Zudem haben die Teams des Projekts GUARDIAN mehr als 2.000 Exemplare heimischer mediterraner Arten mit geringerer Brennbarkeit gepflanzt (unter anderem Esche, Buchsbaum, Speierling, Mastixstrauch, Myrte und Lorbeer-Schneeball), die zusammen mit vorbeugender Bewässerung als echte grüne Barrieren wirken. Mit dieser Kombination von Maßnahmen sollen die Auswirkungen hochintensiver Brände verhindert werden. Bei der Vorstudie zu diesen Arbeiten hat Medi XXI mit der Universidad Politécnica de Valencia (UPV) zusammengearbeitet.

Der Beitrag der UPV zum Projekt GUARDIAN konzentriert sich zudem auf die Analyse, wie Bodeneigenschaften und atmosphärische Bedingungen den Wasserhaushalt der Vegetation beeinflussen. Dazu hat die Universität in ausgewählten Bereichen von La Vallesa Boden-, Atmosphären- und Baumsensoren installiert, um die Wasserbeziehungen zu quantifizieren und die Wirkung der Bewässerung mit den SIDEINFO-Türmen zu untersuchen. Mit diesen Daten wurde das hydrologische Wissen über das Waldgebiet vertieft, und es wurden optimale Bewässerungsmuster bestimmt, die die dauerhaft installierten Türme anwenden werden.

Die Universidad de Valencia schließlich ist für die Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts zuständig.

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