Nachricht · 18. Januar 2021

Zwischenbilanz der Maßnahmen 2020: Europa setzt auf ein valencianisches Projekt für mehr Brandresilienz im Parc Natural del Túria

GUARDIANs Bilanz 2020: SIDEINFO-Hydrauliksystem mit aufbereitetem Wasser, grüne Barrieren und die Rolle der einzelnen Partner in diesem EU-Projekt.

Der Bau eines hydraulischen Systems mit Wasserwerfern, die aufbereitetes Wasser zur Bewässerung ausbringen – das SIDEINFO-System –, und die Anlage grüner Barrieren aus feuerresistenteren Arten: Das ist der Ansatz des Projekts GUARDIAN.

Dieses innovative Projekt wurde im Rahmen der dritten Ausschreibung der Initiative UIA Urban Innovative Actions (Innovative Maßnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung) der Europäischen Union eingereicht. Ziel dieser Initiative ist es, die Umsetzung neuer Lösungen für die städtischen Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu erleichtern. In der Kategorie Klimawandel bewarb sich das Projekt gemeinsam mit 43 weiteren Projekten aus den Partnerländern.

Das Projekt Guardian hat einen Zuschuss von 4,4 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union erhalten. Dies entspricht 80 % der 5,5 Mio. €, die das Projekt in den kommenden drei Jahren kostet; die restliche Finanzierung tragen die an seiner Umsetzung beteiligten Partner.

Die Stadtverwaltung von Riba-roja de Túria, die Stadtverwaltung von Paterna, Hidraqua (Grupo Suez), Medi XXI, die Universidad de Valencia, die Universidad Politécnica de Valencia und Cetaqua sind die Partner der Initiative; hinzu kommt die Zusammenarbeit mit dem Parc Natural del Túria (Generalitat Valenciana). Jeder Partner übernimmt einen Teil dieses Gesamtprojekts, das aktiv zur Erreichung der von den Vereinten Nationen festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) beiträgt. „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“, „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“ sind die SDG, zu denen das Projekt am aktivsten beiträgt.

Bislang wurden bereits zahlreiche Fortschritte erzielt. So laufen beispielsweise die Bauarbeiten an der hydraulischen Infrastruktur, die über eine Wasseraufbereitungsanlage (ERA), fünf Speicherbecken und 6.500 Meter Rohrleitungen das Wasser von der ERA zu den Standorten der 42 Wasserwerfer bzw. SIDEINFO-Türme leiten wird. Diese Türme sollen die grünen Barrieren schaffen, die als Brandschneisen wirken und das Vordringen des Feuers im Wald-Siedlungs-Grenzbereich verhindern. Dazu werden vorbeugende Bewässerungen durchgeführt – präventive Bewässerungen an Tagen höchster Warnstufe –, die sich sofort aktivieren lassen, sobald eine Brandgefahr erkannt wird.

Die Unternehmen Hidraqua und CETAQUA waren für Planung, Herstellung und Installation der Wasseraufbereitungsanlage (ERA) zuständig. In dieser Anlage findet eine weitergehende Wasserbehandlung statt, die Mikroschadstoffe entfernt und Wasser in ausreichender Qualität für die grünen Brandschneisen liefert. Außerdem wird ein Teil des aufbereiteten Wassers dem Stausee La Vallesa zugeführt, der ebenfalls in diesem Naturpark liegt, um die Qualität dieses geschützten Feuchtgebiets zu verbessern. Derzeit treibt Hidraqua zudem den Bau der Speicherbecken für das aufbereitete Wasser und der Transportleitungen voran. Die gesamte hydraulische Infrastruktur soll vor der Sommersaison fertiggestellt sein.

Einweihung der Wasseraufbereitungsanlage

Die Installation der Bewässerungstürme übernimmt das auf Umweltdienstleistungen spezialisierte Unternehmen Medi XXI, ebenso wie die waldbaulichen Maßnahmen, die das Projekt außerdem vorsieht. Dazu gehören das Entbuschen, das Asten der Bäume und die Auslichtung kranker, unterdrückter oder zu dicht stehender Bäume sowie die Beseitigung von Schilfrohrbeständen. Insgesamt werden mehr als 37 Hektar strategisch wichtiger Fläche bewirtschaftet. Ziel ist es zu verhindern, dass ein Brand aus dem Siedlungsgebiet auf den Naturpark übergreift oder dass ein Feuer am Turia oder in seiner Umgebung die bewohnten Gebiete erreicht. In der zweiten Arbeitsphase werden die Teams des Projekts GUARDIAN mehr als 2.000 Exemplare heimischer mediterraner Arten mit geringerer Brennbarkeit pflanzen (unter anderem Esche, Buchsbaum, Speierling, Mastixstrauch, Myrte und Lorbeer-Schneeball), die zusammen mit vorbeugender Bewässerung als echte grüne Barrieren wirken. Mit dieser Kombination von Maßnahmen sollen die Auswirkungen hochintensiver Brände verhindert werden. Bei der Vorstudie zu diesen Arbeiten hat Medi XXI mit der Universidad Politécnica de Valencia (UPV) zusammengearbeitet.

Forstarbeiten des Unternehmens Medi XXI

Der Beitrag der UPV zum Projekt GUARDIAN konzentriert sich zudem auf die Analyse, wie Bodeneigenschaften und atmosphärische Bedingungen den Wasserhaushalt der Vegetation beeinflussen. Im Sommer 2020 hat die Universität in ausgewählten Bereichen von La Vallesa Boden-, Atmosphären- und Baumsensoren installiert, um die Wasserbeziehungen zu quantifizieren und die Wirkung der Bewässerung mit den Sideinfo-Türmen zu untersuchen. Mit diesen Daten wird das hydrologische Wissen über das Waldgebiet vertieft, und es lassen sich optimale Bewässerungsmuster bestimmen, die die dauerhaft installierten Türme anwenden sollen.

Installation von Sensoren durch die UPV im Parc Natural del Túria

Die Universidad de Valencia schließlich wird die wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts analysieren.

Sobald dieses innovative Konzept erprobt ist, wird es veröffentlicht, damit es auch andere europäische Gemeinden mit ähnlichen Problemen nutzen können.

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